Das Bahnhofsviertel 1928

Schauen wir auf das Luftbild von 1928. Das Bahnhofskarree. Kein verruchtes Viertel wie in anderen Großstädten, sondern ein von prächtigen Gebäuden geprägtes Areal. Hier wußten die Stadtväter, wie sie die Gäste empfangen. Reisende und Handelsvertreter fanden sofort hervorragende Unterkünfte, wie das Continental- (8) und Carola-Hotel (9) auf der gegenüberliegenden Seite des vielfach modernisierten Bahnhofsgebäudes (7). Ab dem begrünten Bahnhofsvorplatz verkehrten die Busse des Kraftverkehrs und der Reichspost. Die Zimmermann’sche Villa (10), die heutzutage wieder vorgerichtet wird, war schon längst ein Teil des Carola-Hotels geworden.
Auf der früheren Carola-, dann Bahnhofstraße (11) brachten die Wagen der Tram die Reisenden ins Zentrum und in die belebte Innenstadt. Die Landwirtschaftskammer und die Handelskammer hatten hier zugleich ihren Sitz.
Aber auch großzügige Grünflächen wie der Schillerplatz (1), hier gleich neben der Schillerstraße, erfreuten die Innenstadtbewohner. Die imposante Gebäudeanlagen der Techn. Staatslehranstalten (2) sehen wir in dieser Luftaufnahme in ihrer kompletten Ausdehnung. Am linken Bildrand schiebt sich das Gebäude der ehemaligen Actienspinnerei (3) ins Bild. Zur damaligen Zeit befanden sich Städtische Lagerräume und verschiedene kleinere Firmen in diesem Gebäude. (4) kennzeichnet das Städtische Postamt 4 (Schillerstraße 10-12) mit Anschluß an das Eisenbahnnetz. Auf den umfangreichen Bahnhofsanlagen (5) steht an fast jedem Perron ein Zug zur Abfahrt bereit. Die Dresdner Straße (6) ist unfehlbar. An der dort abzweigenden Gießerstraße erkennen wir links zudem das große Gebäude der Vulkan Werkzeugmaschinenfabrik (helles Dach).

Luftbild mit freundlicher Genehmigung von Klaus Wannack. Hervorgehoben sind Verweise zu bisher erschienenen Beiträgen auf dieser Seite.

Ausschnitt aus dem Plan der Stadt Chemnitz 1930