1925 – Der Chemnitzer Flughafen wird gebaut

Die Chemnitzer Flughafen-Gesellschaft begann sofort nach ihrer Gründung im März 1925 mit dem Bau des Flughafens. Obwohl damals Erfahrungen über Flughafenanlagen, die lediglich dem Zivilluftverkehr dienen sollten, nicht bestanden, wurde das gesamte Projekt großzügig angefaßt. Grundsätzlich wurde vor allen Dingen Rücksicht genommen auf die zu erwartende spätere Entwicklung und deshalb ein Grundriß entworfen, nach welchem auch schon die ersten im Frühjahr 1925 begonnen Teilbauten ausgeführt wurden. Es ist besonders erfreulich zu bezeichnen, daß die damals erkannten Grundsätze trotz der fehlenden Erfahrungen sich im Laufe der Jahre als durchaus richtig erwiesen haben. Der Flughafen Chemnitz war mit seinem, lediglich für den Zivilluftverkehr eingerichteten Verwaltungsgebäude vorbildlich für fast alle anderen, in späteren Jahren entstandenen Flughafenanlagen in Städten gleicher oder größerer Bedeutung. Die Grundsätze beim Ausbau lassen sich wie folgt kurz zusammenfassen:

  1. Kürzeste Wege von der Hauptanfahrtsstraße und den anderen Verkehrsmitteln zum Flugsteig und den Flugzeugen.
  2. Räumliche Trennung von Fluggästen und Luftfracht von Zuschauern und Restauration.
  3. Trennung von Personen- und Frachtluftverkehr.
  4. Einheitliche Planung für spätere Vergrößerungen.
  5. Räumlicher Zusammenhng sämtlicher Bauten.
  6. Übersichtlichkeit und klare Gliederung.

Modell des geplanten Flughafens, die rechte Flugzeughalle (Straßenansicht) wurde nie gebaut

Die Stadtgemeinde gab das Gelände in Pacht. Der Entwurf stammt von den Architekten Müller & Schwab (Chemnitz) und sieht vor: Als Mittelstück das Verwaltungsgebäude, bestehend aus einem höher ausgeführten Zentralbau und zwei seitlichen Flachbauten. Diese werden flankiert von den beiden Flughallen. Das Verwaltungsgebäude im Mittelbau enthält die Schalterhalle mit der Post-, Zoll- und Frachtabfertigung. Die seitlichen Flachbauten dienen der Verwaltung der Gesellschaft, Sanitätszwecken und der Luftpolizei (rechts). Links sind die Wirtschaftsräume untergebracht. In den Restaurations- und Kaffeehausräumen kommen vor allem die Zuschauer, die dieses Ausflugsziel stark bevorzugen, auf ihre Kosten, insbesondere bei Schauflügen.

Das Verwaltungsgebäude wurde in Cloridschiefer aus den Harthauer Steinbrüchen und aus Rochlitzer Porphyr ausgeführt. Für die Halle wurden Bimszementdielen verwendet.

Die Kosten betrugen bis 1928:

Flugzeughalle 210.000 RM  
Flughofanlage 650.000 RM (einschließlich Saalanbau und Tribünenanlage)
Flugplatz (Erdbewegung, Oberflächenherstellung) 160.000 RM (einschließlich Dränage, Plankenabsperrung gegen die Hauptstraße)
Summe 1.020.00 RM  

Bauarbeiten im Frühjahr 1926

(Quellen: Chemnitzer Kalender 1929, Seite 133-135 – Ernst Eberstein; Vorstand der Chemnitz Flughafen-Gesellschaft m.b.H. – Beitrag in “Deutsche Bauhütte” 1928, Seiten 54-55)

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