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Nachruf Karl Emil Weinhold

    Vor 100 Jahren starb hier der Schuldirektor, zudem langjähriges Mitglied des Vereins für Chemnitzer Geschichte und Vorsitzender des Erzgebirgszweigvereines Chemnitz, Herr Karl Emil Weinhold.

    In Burkhardtsdorf bei Chemnitz am 5. Februar 1866 als Sohn des Gemeindevorstandes Weinhold geboren, empfing er dort seinen ersten Schulunterricht. Er besuchte 1879-1885 das Seminar zu Zschopau und trat dann in seinem Heimatdorf 1885 in den Schuldienst ein. Drei Jahre später kam er nach Chemnitz; hier war er 22 Jahre an der Waisenschule tätig, bis er 1910 zum stellvertretenden Direktor der Dittesschule und 1914 zum Leiter der neuen Sedanschule berufen wurde. Neben einer erfolgreichen Lehrtätigkeit, er galt als Pädagoge von großer Berufstüchtigkeit und strengstem Pflichtgefühl, widmete er sich mit Eifer der Orts- und Landschaftsgeschichte.

    Die Stadt Chemnitz verdankt ihm manchen Beitrag zu ihrer Geschichte: Arbeiten, die zum großen Teil in den Mitteilungen des Vereins für Chemnitzer Geschichte erschienen sind; aber auch für das Chemnitzer Tageblatt und für den Chemnitzer Kalender hat er Aufsätze geschichtlichen Inhalts geliefert. Länger als 25 Jahre gehörte er dem Vorstande des genannten Vereins an, und zwar als Kustos (Sachbearbeiter) seiner Sammlungen, die ab 1909, wesentlich durch seine Bemühungen, in dem sehenswerten König. Albert – Museum vereinigt wurden. Damals war das Museum des Vereins dort im Erdgeschoß untergebracht, erst 1931 zog es auf den Schloßberg.

    Zur Hebung des Heimatsinns in Haus und Schule ist das von Weinhold verfasste und vom Geschichtsverein (1907) herausgegebene Buch „Chemnitz und Umgebung. Geschichtliche Bilder aus alter und neuer Zeit“ recht geeignet. Daß Weinhold aber nicht einseitig die Geschichte der Stadt Chemnitz pflegte, sondern sein Interesse dem ganzen Erzgebirge gehörte, beweisen zahlreiche Aufsätze im „Glückauf“, der Zeitschrift des Erzgebirgsvereines.

    Am 24. Juni 1922 starb Karl Emil Weinhold nach langer schwerer Krankheit in Chemnitz.

    (Quellen: Sächsischer Verein für Heimatschutz 1922, Burkhardtsdorfer Anzeiger 1922, Glückauf – Zeitschrift des EZV, u.a.)

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